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26-06-2015 13:30

Im Anlass an die Kennzeichnung des 26.Juni – Internationalen Tages gegen Folter Es ist skandalös, dass der Staat Bosnien und Herzegowina trotz der gerichtlich festgelegten Tatsachen noch immer nicht das Gesetz über Rechte der Folteropfer verabschiedet hat und damit die Existenz der Konzentrationslager und der dort getöteten Opfer leugnet...

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Kampagne Dream for Darfur - Dezember 2007


Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Sektion Bosnien und Herzegowina organisierte am 07.12.2007 zusammen mit der Organisation „Dream for Darfur“ aus den USA in Sarajevo eine Aktion der Solidarität mit den Genozidopfern in der Sudan-Provinz, Darfur.
Es handelt sich hierbei um die Kampagne der Organisation „Dream for Darfur“, die in verschiedenen Ländern der Welt, in denen Genozid begangen wurde, eine Aktion des Fackelanzündens organisiert hat. An der Spitze dieser Organisation steht die bekannte Schauspielerin und Darfur-Aktivistin Mia Farrow. Das Anzünden der symbolischen Olympischen Fackel sollte das Andenken an alle Opfer des Denozids symbolisieren. Ebenfalls war dies ein Aufruf an die internationale Gemeinschaft - insbesondere China als Gastgeberland der Olympiade 2008 – mehr für Sicherheit in Darfur einzutreten. China ist nämlich der grösste Handelspartner des Regimes in Sudan und finanziert den Genozid in Darfur damit mit. Ebenfalls hat China bis jetzt alle Initiativen im UNO- Sicherheitsrat für die Beendigung des Genozids in Darfur und die Versendung von wirklich friedensbringenden Kräften verhindert und blockiert.
 
In Bosnien und Herzegowina drückten die Srebrenica-Mütter als Opfer des Genozids ihre grosse Solidarität mit den Darfur-Genozidopfern aus und forderten eine sofortige Unterbindung der Angriffe auf die Zivilbevölkerung in Darfur und die Beendigung des Genozids aus.
Die Delegation der  Organisation „Dream for Darfur“, bestehend aus Mia Farrow, Jill Savitt, Direktorin der Organisation „Dream for Darfur“, Allison Johnson, Aktivistin, Jacqueline Murekatete, Überlebende aus Rwanda und Menschenrechtsaktivistin in den USA und Omer Ismael, Überlebender des Genozids in Darfur und Menschenrechtsaktivist in den USA, besuchte am 06.12.2007 das Gedenkzentrum in Potocari und die überlebenden Mütter, die nach Srebrenica zurückgekehrt sind. Dort legten Mia Farrow, Jacqueline Murekatete und Omer Ismael Blumen für die Opfer des Srebrenica-Genozids nieder und machten einen kleinen Rundgang durch den grossen Friedhof.
Mia Farrow, Jacqueline Murekatete und Omer Ismael drückten ihre grosse Trauer und Mitgefühl für die Srebrenica-Mütter aus. Sie forderten, dass Srebrenica jetzt nach dem Genozid nicht vergessen werden dürfe und dass die überlebenden Opfer weitere Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und vor allem der UNO bekommen sollten. Ebenfalls verurteilten sie die Handlungen der UNO und der internationalen Gemeinschaft während des Krieges in Bosnien und Herzegowina und während des Genozids. Die Welt hat die Bürger von Bosnien und Herzegowina, und vor allem die Einwohner von Srebrenica verraten, im Stich gelassen und im eigenen Blute ersticken lassen, so wie sie auch die Genozid-Opfer in Rwanda im Stich gelassen und verraten hat und so wie sie auch nun nichts daran setzen möchte, den Genozid-Opfern in Darfur zu helfen und den Genozid dort zu beenden, waren ihre Worte.
Die Delegation besuchte auch den Bürgermeister von Srebrenica, Abdurahman Malkic, der absolute Unterstützung hinsichtlich der Verurteilung des Genozids in Darfur versprach wie auch einen eigenen Brief (als Bürgermeister einer Stadt, die den Genozid erlebt hat) an die chinesische Regierung mit der Forderung für grössere Teilnahme an der Beendigung der Krise in Darfur ankündigte.

An der Solidaritätsaktion für die Darfur-Genozidopfer am Freitag, 07.12.2007 in Sarajevo nahmen meherere Hundert Bürger von BiH teil. Es war eine grosse Zahl von Müttern aus Srebrenica erschienen und viele sind dafür sogar aus Srebrenica angereist. Neben ihnen waren dort auch verschiedene Opfer des Krieges, wie die ehemaligen Lagerinsassen, Frauen, die während des Krieges in Vergewaltigungslagern gefangen gehalten wurden, Kriegsinvaliden und Überlebende von Beschiessungen während der Besatzung der Stadt (darunter auch jene, die zur Zeit der Verwundung noch Kinder waren und heute im Rollstuhl sitzen).
Dort waren auch Überlebende des Holocaust, wie z.B. die überlebende Jüdin aus Sarajevo, Prof.Dr.Greta Ferusic, die die Gefangenschaft im Konzentrationslager Ausschwitz als einzige aus ihrer Familie überlebt hat, Vertreter der Sportler, darunter auch die Schlittschuhläuferin Bibija Kerla, die 1984 an den Olympischen  Winterspielen in Sarajevo teilgenommen hat, weiter auch Vertreter der Intelektuellen, der Minderheiten wie auch einfache Bürger von Sarajevo, die ihre grosse Solidarität mit allen Opfern des Krieges und des Genozids ausdrücken wollten.
Es schlossen sich uns auch Schüler aus verschiedenen Schulen von Sarajevo, Studenten von den Fakultäten wie auch Vertreter der Universität von Sarajevo an.
Nach dem Anzünden der Fackel am sogenannten „Ewigen Feuer“, das als Andenken an die Opfer des Faschismus aus dem Zweiten Weltkrieg  gilt, ging die Kolonne von Teilnehmern langsam in Richtung des Denkmales für die Opfer des Massakers vom 27.05.1992 in Sarajevo, bei dem in eine Schlange der für Brot anstehenden Menschen eine Granate einschlug, wobei 26 Menschen ermordet und 108 schwer verletzt wurden. Die Teilnehmer der Aktion gedachten dort dieser Opfer und erwiesen ihnen die gebührende Ehre.
Die Fackel wurden zusammen von Hatidza Mehmedovic und Mia Farrow gehalten und getragen. Neben ihnen liefen Opfer des Srebrenica-Genozids zusammen mit Vertretern der Opfer aus Rwanda und Darfur.
Am Grossen Park angekommen wurde ein Rezital der Kinder aus den Grundschulen von Sarajevo abgehalten. Sie sagten Gedichte über Frieden auf. Anschliessend entzündeten alle Teilnehmer Kerzen und gedachten aller Opfer des Genozids weltweit.

An der nach der Aktion vorgesehenen Pressekonferenz sprachen Organisatoren und Vertreter. Mia Farrow zeigte eine Sequenz von Bildern, die sie während ihrer sieben Aufenthalte in der Darfur-Region aufgenommen hatte und die die vom Genozid betroffenen Menschen zeigte.
Fadila Memisevic sprach über die grossen Leiden der Darfur-Genozidopfer und die Notwendigkeit, dass gerade die Bürger von Bosnien und Herzegowina, die den Krieg und Genozid selbst erlebt haben, sich nun für Genozidopfer überall auf der Welt einsetzen müssen.
Jill Savitt sprach über die Abfolge der Kampagne „Dream for Darfur“ und Jacqueline Murekatete und Omer Ismael über ihre Erfahrungen und Verluste wie auch über ihre Solidarität mit Genozid-Opfern weltweit. Auch Hatidza Mehemdovic drückte an der Pressekonferenz ihre grosse Solidarität mit den Opfern des Genozids in Darfur aus wie auch die Aufforderung an die internationale Gemeinschaft, alles zu unternehmen, um den Genozid in Darfur zu beenden, jedoch auch dafür zu sorgen, dass sich Genozid niemals mehr wiederholt.

Die Delegation bestehend aus Mia Farrow, Fadila Memisevic, Jill Savitt, Jacqueline Murekatete, Omer Ismael und Belma Zulcic wurde ebenfalls vom Vorsitzenden des  Präsidiums von BiH, Herr Zeljko Komsic empfangen, der ebenfalls seine vollste persönliche Unterstützung für die Kampagne und den Kampf gegen den Genozid in Darfur und weltweit zusicherte. Er selbst schlug vor, einen persönlichen Brief an die Regierung Chinas zu schreiben, um wegen der Teilnahmelosigkeit Chinas an der Beendigung der Krise in Darfur zu mahnen.
Empfangen wurden wir ebenfalls vom US-Botschafter in Bosnien und Herzegowina, Herrn Charles English, der auch Unterstützung versprach.

Anschliessend möchten wir sagen, dass die Medien unglaublich grosses Interesse für diese Soldaritätsaktion gezeigt haben. Absolut alle Medien aus dem Lande und der Region waren anwesend jedoch auch sehr viele Vertreter der internationalen Agenturen, aussondern möchten wir die Meldung von Associated Press (im Anhang). Fadila Memisevic, Hatidza Mehmedovic, Mia Farrow, Jacqueline Murekatete und Omer Ismael hatten alle sehr viele Interviews in der Zeit der Vorbereitungen und des Abhaltens der Kampagne.

Die gesamte Aktion war sehr gut koordiniert und vorbereitet, so dass alles makellos ablief. Die Delegation aus den USA war begeistert wie über die Vorbereitung  der gemeinsamen Aktion so auch über ihre Durchführung. Vor allem jedoch waren sie begeistert über unsere Arbeit in Bosnien und Herzegowina und weltweit, über unsere intensive Unterstützung für die Opfer des Genozids und der Aggression auf Bosnien und Herzegowina wie auch über unsere Arbeit für Menschenrechte der bedrohten Gruppen und Minderheiten. Alle waren nur voller Lob für unsere Arbeit und möchten unbedingt, dass wir zusammen mit den Müttern aus Srebrenica auch in Zukunft mit ihnen ganz eng zusammenarbeiten. Sie sagten auch, dass die in Sarajevo abgehaltene Aktion der Solidarität mit den Darfur-Opfern und der Aufforderung an China, sich an der Beendigung der Krise zu beteiligen, die bis jetzt am besten organisierteste und erfolgreichste Aktion in der gesamten Kampagne gewesen ist.

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