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26-06-2015 13:30

Im Anlass an die Kennzeichnung des 26.Juni – Internationalen Tages gegen Folter Es ist skandalös, dass der Staat Bosnien und Herzegowina trotz der gerichtlich festgelegten Tatsachen noch immer nicht das Gesetz über Rechte der Folteropfer verabschiedet hat und damit die Existenz der Konzentrationslager und der dort getöteten Opfer leugnet...

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Mahnwache in Den Haag - Prozess gegen Radovan Karadzic

Am 26.10.2009 wurde der Beginn des Prozesses gegen Radovan Karadzic vor dem ICTY angesetzt. Hierzu organisierten wir zusammen mit den Müttern aus Srebrenica, den überlebenden Lagerhäftlingen und Vereinen vergewaltigter Frauen wie auch mit zahlreichen anderen Opfervereinen eine Menschenrechtsaktion in Den Haag vor dem Gebäude des ICTY. Wir reisten zusammen mit etwa 150 überlebenden Opfern über 30 Stunden aus Sarajevo nach Den Haag. Unsere Forderungen waren, dass das Gericht den Prozess gegen Karadzic zügig und ohne Unterbrechungen führen muss und Karadzic nicht zulassen darf, aus dem Gerichtssaal ein Zirkusfeld zu machen. Die Hauptforderung der GfbV und der Vereine der überlebenden Opfer war, dass die Entität Republika Srpska, nachdem Karadzic wegen Genozid zu lebenslanger Haft verurteilt wird, aufgehoben werden muss, da ein auf Genozid erschaffenes Werk nicht im modernen Europa weiterbestehen darf. Die Mahnwache wurde von der Deutschen Sektion der GfbV mit Tilman Zülch an der Spitze organisiert. Wir entrollten ein sehr langes Plakat der GfbV mit den Namen aller Opfer aus Srebrenica. Dieses Plakat wurde von den Srebrenica-Müttern und anderen Opfern gehalten. Da Karadzic am 26.10. nicht vor Gericht erschienen ist und den Prozess boykottiert hat, forderten wir die Richter auf, ihn mit Gewalt vorzuführen und nicht zuzulassen, dass er das Gericht an der Nase herumführt. Wir entschieden uns spontan mit den überlebenden Opfern, noch einen Tag in Den Haag zu bleiben, um bei der Fortsetzung des Prozesses am nächsten Tag und der Verlesung der Anklageschrift anwesend zu sein. Am nächsten Tag wurde auch tatsächlich mit dem Verlesen der Anklageschrift begonnen, obwohl Karadzic wieder nicht vor dem Gericht erscheinen wollte. Dies war auf jeden Fall das Resultat der Proteste der GfbV und der angereisten überlebenden Opfer. Es war keine Unterkunft für die angereisten Genozidopfer vorgesehen und wir konnten uns nur glücklich schätzen, dass uns eine Frau ihren Kindergarten zum Übernachten angeboten hat, wo wir die Nacht auf dem Boden und ohne Betten verbracht haben.
Den Beginn des Prozesses verfolgte eine grosse Zahl von Medien aus der ganzen Welt. Das Plakat der GfbV mit den Namen aller Opfer von Srebrenica wurde von den Srebrenica-Müttern vor dem Gerichtsgebäude gehalten und wirkte sehr eindrucksvoll. 


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