Neu

26-06-2015 13:30

Im Anlass an die Kennzeichnung des 26.Juni – Internationalen Tages gegen Folter Es ist skandalös, dass der Staat Bosnien und Herzegowina trotz der gerichtlich festgelegten Tatsachen noch immer nicht das Gesetz über Rechte der Folteropfer verabschiedet hat und damit die Existenz der Konzentrationslager und der dort getöteten Opfer leugnet...

Weiterlesen...

10.November 2010

Skandalöser Angriff auf den Kameramann des Fernsehens TVSA vor der höchsten juristischen Instanz – dem Gericht Bosnien-Herzegowinas


Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina verurteilt schärfstens den Angriff auf den Kameramann des Fernsehens TVSA, Zoran Roić, der vor dem Gebäude des Gerichtes Bosnien-Herzegowinas von Budimir Pantić, Polizisten aus Ost-Sarajevo, angegriffen wurde. Der genannte Angreifer kam vor das Gebäude des Gerichtes als Begleiter von Predrag Terzić, der sich heute zur Anklage über Verantwortung für begangene Verbrechen auf dem Gebiet der Gemeinde Kalinovik im Jahre 1992 gegen ihn äussern sollte. Neben zahlreichen Journalisten waren vor dem Gebäude des Gerichtes auch Vertreter der überlebenden Opfer aus Kalinovik. 

“Es ist skandalös, dass sich nun vor der höchsten juristischen Instanz des Staates Bosnien-Herzegowina, und dies ist das Gericht Bosnien-Herzegowinas, das Szenario vom 21.April 2009 wiederholt, als vor diesem gleichen Gericht skrupellos die Journalistin des Fernsehen der Föderation von BiH (RTVFBIH) angegriffen wurde, weil sie ein angregriffenes Opfer verteidigen wollte“, betonte Fadila Memišević, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina.

Der genannte Polizist – Angreifer hat neben dem physischen Angriff auf den Kameramann Roić auch die anwesenden Opfer beleidigt. 


Vom Gericht Bosnien-Herzegowinas fordern wir die Überprüfung und Veröffentlichung der Video-Aufnahmen dieses Angriffes wie auch die Prozessuierung und Bestrafung des Täters.


 

9.November 2010

Mit der Aufhebung der Visa-Pflicht ist auch die “Mauer der Schande” gefallen


Die Gesellschaft für bedrohte Völker - Bosnien und Herzegowina hat zusammen mit ihren Sektionen in westeuropäischen Ländern, die sich weltweit für Menschenrechte einsetzen, die Aufhebung der Visa-Pflicht für Bürger Bosnien-Herzegowinas, die 18 Jahre lang des Rechtes auf Bewegungsfreiheit beraubt waren, begrüsst. Der Westen hat mit der Einführung der Visa-Pflicht eine „Mauer der Schande“ um Bosnien und Herzegowina, das grösste Opfer vom Zerfall des ehemaligen Jugoslawien, aufgerichtet. 


„Mit der Aufhebung des Embargos auf Bewegungsfreiheit ist auch die „Mauer der Schande“ gefallen und damit ist den Bürgern Bosnien-Herzegowinas ihre Würde, die sie in den langen Reihen vor den ausländischen Botschaften auf die Erlaubnis wartend, irgendwo ausserhalb des Landes reisen zu dürfen, verloren hatten, nun wieder zurück gegeben worden“, betonte  Fadila Memišević, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina, und fügte hinzu, dass sie von der Europäischen Union ein grösseres Engagement für die Veränderung der auferlegten Dayton-Verfassung erwartet.   


24. September 2010


Ibrahim Čikić, Zeuge des Genozids, angeklagt von seinen Peinigern, die ihn verhaftet, misshandelt und erblindet haben

Apell an die Generalstaatsanwaltschaft Montenegros:  Statt des Verfahrens gegen ein Opfer sollen sie die Täter und ihre Auftraggeber prozessuieren


Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina hat heute ein Apell an die Generalstaatsanwaltschaft Montenegros im Anlass an die Erhebung der verbrecherischen Anklage gegen Ibrahim Cikic, Opfer von Tortur und Misshandlung, gerichtet, in dem es wie folgt heisst:


Ibrahim Cikic wurde in einem politisch montierten Prozess des Terrorismus angeklagt und zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. Die Strafe verbüsste er in Gefängnissen in Montenegro und in Foca.  Sein Leiden, die brutalste Polizeitortur, Misshandlung und Folter, deren Folgen zu einer Erblindung geführt haben, veröffentlichte er im Buch „Wo die Sonne nicht wärmt“. In diesem Buch nennt der Autor mit Namen und Vornamen die Täter, die im Auftrag der Regierung Misshandlungen und Tötungen ausführten.  Diese Mörder und Peiniger haben den Autor des Buches wegen der ausgesprochenen Wahrheit angeklagt.


„Es ist skandalös, dass die Staatsanwaltschaft den Prozess gegen ein Opfer der Misshandlung statt gegen seine Täter eröffnet. Die Täter fordern nun auch noch materielle Entschädigung für `erlittenen seelischen Schmerz` wegen ihrer Folterung, Terrorisierung und Tötung von Gefangenen“, betonte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Sektion Bosnien und Herzegowina. Sie fügte hinzu, dass vom Gericht von Montenegro Gerechtigkeit für die Opfer und Strafe für die Täter erwartet wird.      


Der Prozess gegen Ibrahim Cikic beginnt am 24.September 2010 vor dem Gericht in Bijelo Polje, Montenegro.


13.September 2010

Trauer um Bärbel Bohley: Die bosnischen Vertriebenen haben eine wichtige Fürsprecherin und warmherzige Verbündete verloren


„Mit der DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley haben die bosnischen Vertriebenen und Überlebenden von Völkermord eine wichtige Fürsprecherin verloren“, sagt die Leiterin der bosnischen Sektion der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Fadila Memisevic. „Sie war eine warmherzige Verbündete der ersten Stunde für Notleidende und half konkret mit, die Schrecken des Krieges zu bewältigen. Viele bosnische Familien gedenken ihrer mit großer Dankbarkeit.“


„Zu ihrem persönlichen Beitrag zur Versöhnung aller Volksgruppen Bosniens gehörte die Gründung und ehrenamtliche Mitarbeit bei der Hilfsorganisation Seestern e. V., die Kindern von Flüchtlingsfamilien aller Volksgruppen Bosniens kostenlose gemeinsame Sommerferien ermöglichte“, berichtete Fadila Memisevic. Doch auch andere Projekte packte ihre Organisation an. Mit finanzieller Unterstützung des deutschen Außen- und des Entwicklungshilfeministeriums ließ sie Zisternen zur Wasserversorgung von Vertriebenen errichten und half ihnen so bei der Neuansiedlung. Von 1996 bis 1999 leitete Bärbel Bohley im Auftrag des Office of the High Representative (OHR) ein Wiederaufbauprogramm. Außerdem arbeitete sie in der „Koalition für Rückkehr“, einem Zusammenschluss aller regionalen Flüchtlingsorganisationen mit.


Im Vorstand der GfbV Bosnien-Herzegowina sind alle Volksgruppen Bosniens vertreten:
- Prof.Dr. Mirko Pejanovic, Serbischer Bürgerrat, Serbe
- Prof.Dr. Smail Cekic, Institut zur Erfassung von Kriegsverbrechen, Bosniake
- Prof.Dr. Luka Markesic, Kroatischer Volksrat / katholischer Theologe, Kroate
- Prof.Dr. Nedzad Mulabegovic, Kongressrat der Bosniakischen Intelektuellen, Bosniake
- Prof. David Kamhi, Jüdische Gemeinde, Jude
- Prof.Dr. Ibrahim Busatlija, Vertriebenenverband BiH, Bosniake
- Hatidza Mehmedovic, Verein „Srebrenica-Mütter“, Bosniakin
- Enisa Salcinovic, Frauensektion beim Verband der Lagerhäftlinge, Bosniakin
- Mehmed und Alaga Suljic, Union Roma, Roma

25. August 2010


Offener Brief an Bundesaußenminister Guido Westerwelle


Auch Deutschland steht in Bosniens Schuld! Sichern Sie Unterstützung zu für Visafreiheit, Aufnahme in die EU und Wiedervereinigung!


Sehr geehrter Herr Minister,


noch immer in guter Erinnerung geblieben ist uns die gemeinsame Veranstaltung mit dem damals jungen Nachwuchspolitiker Guido Westerwelle auf dem Marktplatz der damaligen Bundeshauptstadt Bonn im Jahre 1992 gegen den Völkermord in Bosnien-Herzegowina.


Doch Deutschland hat den Massakern, dem fast vierjährigen Bombardement ein¬geschlossener Städte, dem Aufbau von Vergewaltigungs- und Konzentrations-lagern, der Massenvertreibung von vielen hunderttausend Menschen und der Zer¬störung sämtlicher 1189 Moscheen in den serbisch besetzten Gebieten Bosniens tatenlos zugesehen.

Als US-Präsident Bill Clinton damals eine Intervention gegen den Genozid erwog und einen Sonderbotschafter auch nach Deutschland sandte, wurde dieser im Auftrag von Außenminister Klaus Kinkel von einem subalternen Vertreter des Auswärtigen Amtes schnöde abgefertigt. Übrigens weist Clinton bis heute darauf hin, dass sowohl Frankreich unter Francois Mitterand als auch Großbritannien unter John Major während dieser Jahre alles unternommen haben, um den Sieg der serbischen Truppen möglich zu machen.


Bosnien-Herzegowina, das Land der Opfer, ist heute geteilt. Die eine Hälfte, die sogenannte Republik Srpska - darunter auch das Land an der Drina mit Srebrenica -, wird immer noch von der Partei der serbischen Täter beherrscht. Die Rückkehr fast aller Vertriebenen wurde verhindert, weil die Großmächte als Unterzeichner des Dayton-Vertrages diese nie ernsthaft durchsetzen wollten. Ausgerechnet dem Opferland Bosnien-Herzegowina wird heute die Aufnahme in die Europäische Union ebenso versagt seinen Bürgern die Visa-Freiheit für Europa. Die Aufnahme in die NATO kommt ebenso wenig voran wie der Wiederaufbau und die reale Wiedervereinigung. Auch unsere Bundesregierung scheint nicht ernsthaft auf der Auslieferung des Hauptkriegsverbrechers Ratko Mladic durch Serbiens Regierung an das Tribunal in Den Haag zu bestehen.


Wir meinen, dass Sie als deutscher Außenminister, als liberaler und als europäi¬scher Politiker während ihres Besuchs in Bosnien eine ganz besondere moralische und somit auch politische Verantwortung wahrnehmen müssen. In diesem Zusammenhang erinnere ich an jene großen jüdischen Persönlichkeiten, an Marek Edelman, den vor kurzem verstorbenen Kommandeur des Warschauer Ghettos, an Simon Wiesenthal, der unsere Menschenrechtsorganisation drei Jahrzehnte unterstützte, an Henry Siegman, den früheren Präsidenten des „American Jewish Congress, und an Elie Wiesel. Sie alle fühlten sich durch Bosnien an den Holocaust erinnert und forderten Europa und Nordamerika zum rechtzeitigen Handeln auf.


Sehr geehrter Herr Minister, wie Europa steht auch Deutschland in Bosniens Schuld. Deshalb bitten wir Sie herzlich, bei Ihrem Besuch in Sarajevo zu versichern, dass Sie sich dafür einsetzen, dass die Visa-Freiheit für die Bürger Bosnien-Herzegowinas schnellstens vorangebracht, die Aufnahme des Landes in die Europäische Union beschleunigt und der nötige Druck auf die serbische Regierung ausgeübt wird, damit der Hauptkriegsverbrecher Ratko Mladic nach Den Haag ausgeliefert wird. Sagen Sie zu, dass Sie in Europa für die reale Wiedervereinigung des geteilten Bosniens werben und eintreten werden.


Mit freundlichen Grüßen,

Ihr
 
Tilman Zülch
Präsident der Gesellschaft für bedrohte Völker - International


• Marek Edelman, der vor kurzem verstorbene Kommandeur der Widerstandskämpfer des Warschauer Ghettos: „Europa hat nichts aus dem Holocaust gelernt. Nichts ist unternommen worden, dieses Morden zu beenden. Was sich in Bosnien-Herzegowina ereignet, ist ein posthumer Sieg für Hitler".

• Simon Wiesenthal, der uns zu seinem Bosnien-Kongress 1993 nach New York als Refe-renten einlud und dann die Schirmherrschaft über unseren großen Bosnien-Völkermord-Kongress in Bonn 1995 mit 150 Teilnehmern aus fünf Kontinenten übernahm: „Als in den Berichten über die Verbrechen in Bosnien-Herzegowina immer wieder als Hauptverantwortliche Karadzic und Mladic genannt wurden, war ich fest davon überzeugt, dass diese Personen ebenso zu Verantwortung gezogen werden müssten, wie die Nazi-Verbrecher nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges."

• Henry Siegman, Präsident des American Jewish Congress in einem Offenen Brief an Bill Clinton in der New York Times am 20. April 1993: „Wenn das Gedenken an die Holocaust-Opfer uns nicht dazu bewegt, auf das Leiden in Bosnien zu reagieren, welchen denkbaren Zweck soll diese Erinnerung haben?"

• Elie Wiesel, der jedem von uns bekannte große Mahner und Holocaust- Überlebende, richtete sich am 22. April 1993 an Bill Clinton: "Herr Präsident, ich muss Ihnen eines sagen. Im vergangenen Herbst war ich im früheren Jugoslawien. Was ich dort sah, lässt mich nicht mehr länger schlafen. Als Jude kann ich Ihnen sagen: Wir müssen etwas tun, um das Blutvergießen zu stoppen".

19.August 2010

Kein Beitritt Serbiens in die Europäische Union ohne Auslieferung des Hauptkriegsverbrechers Ratko Mladic:

Gesellschaft für bedrohte Völker International wendet sich an alle 7135 Abgeordneten der 27 EU-Mitgliedsstaaten


Die Gesellschaft für bedrohte Völker hat sich in den letzten Tagen mit Schreiben an jeden Einzelnen der 7135 Abgeordneten der Parlamente der 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gewandt. Darin appellierte die internationale Menschenrechtsorganisation an die Abgeordneten, dass die von den EU-Außenministern beschlossene Ratifizierung des Assoziierungsabkommens (SAA) mit Serbien erst dann zu unterzeichnen, wenn Serbien den Hauptkriegsverbrecher Ratko Mladic an das internationale Kriegsverbrechertribunal ausgeliefert hat.


„Wir sind davon überzeugt, dass die serbische Regierung genau weiß, wo sich Mladic auffällt und dass diese über Mittel und Wege verfügt, seinen Aufenthalt schnell zu ermitteln“, hieß es in dem Schreiben des GfbV-Int.-Präsidenten Tilman Zülch. „Denn Serbiens heutiger Präsident Boris Tadic hatte als Verteidigungsminister 2003-04 das Auftreten des mutmaßlichen international gesuchten Kriegsverbrechers Mladic in den Kasernen der serbischen Armee toleriert. Außerdem erhielt er von Belgrad eine reguläre Generalspension bis 2005“.

Die GfbV-International geht davon aus, dass die Europäische Öffentlichkeit ganz überwiegend entsetzt darüber wäre, wenn die Politiker Europas einen Staat in ihre Union aufnehmen wollen, der dem Mörder von 8.372 bosnischen Knaben und Männern Schutz gewährt. Deshalb hat die GfbV-Int. diesen Appell an die Abgeordneten aller Europäischen Parlamente gerichtet.


Belgien: 74, Bulgarien: 240, Dänemark: 183, Estland: 101, Finnland: 199, Frankreich: 576, Griechenland: 301, Irland: 164, Italien: 642 (Abgeordnetenkammer), Italien: 308 (Senat), Lettland: 100, Litauen: 141, Luxemburg: 55, Malta: 69, Niederlande: 152, Polen: 457, Portugal: 230, Rumänien: 137, Schweden: 349, Slowakei: 135, Slowenien: 90, Spanien: 350, Tschechien: 200, Großbritannien: 649, Ungarn: 368, Deutschland: 626, Österreich: 183, Zypern: 56 (insgesamt 7.135)


9.Juli 2010

FIFA hat die Forderung der Gesellschaft für bedrohte Völker und der Mütter von Srebrenica abgeschlagen, eine Schweigeminute vor dem Finalspiel der Fussballweltmeisterschaft für die Srebrenica-Opfer einzurichten


Die Gesellschaft für bedrohte Völker hat endlich nach zweimonatiger Wartezeit eine Antwort der FIFA auf die Forderung erhalten, dass am 11.Juli 2010 vor dem Beginn des Finalspiels auf der Fussballweltmeisterschaft mit einer Schweigeminute der Opfer des Genozids gedacht wird.  Unsere Forderung abschlagend, argumentierte der Generalsekretär der FIFA, Herr Jarome Valcke, folgendermassen:


„Leider koinzidiert dieser Tag (der 11.Juli) mit dem Tag der Verhaftung und Verurteilung zu lebenslanger Haftstrafe von Nelson Mandela und seiner Mitkämpfer vor 50 Jahren. Wie Sie sich vorstellen können, hat dieser Tag eine grosse Bedeutung für das gesamte Kontinent Afrika und vor allem für Südafrika. Deshalb hoffen wir, dass Sie Verständnis dafür haben werden, dass keines dieser schrecklichen Verbrechen auf dem Endspiel der Fussballweltmeisterschaft 2010 gesondert betont wird“.


Diese Erklärung stellt einen Schlag ins Gesicht für die überlebenden Srebrenica-Opfer dar, die am 11:Juli die identifizierten Überreste ihrer beinahe 800 Angehörigen, die in zahlreichen und mehrmals umgegerabenen Massengräbern gefunden wurden, beerdigen, betonte Fadila Memišević, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker- Bosnien und Herzegowina. 


25.JUni 2010

Im Anlass an die Kennzeichnung des 26.Juni – Internationaler Tag gegen Folter:
Wir fordern die Freilassung von Harbaš, Husić und Hasić, denn sie sind nach dem überlebten Massaker in Srebrenica zum Opfer unvorstellbarer Folter der Karadzic-Polizei geworden   


Im Anlass an die Kennzeichnung des Internationalen Tages gegen Folter und alle Formen von Gewalt hat die Gesellschaft für bedrohte Völker vom Justizministerium BiH wie auch vom Justizministerium der Republika Srpska gefordert,  Ahmo Harbaš, Husić Behudin und Hasić Nedžad freizulassen. Die drei genannten Männer konnten nach dem Fall von Srebrenica im Juli 1995 den Massenexekutionen entgehen und sich bis zum Mai 1996 in den umgebenden Wäldern verstecken, als sie in die Hände der Karadzic-Polizei gefallen sind. Sie wurden zuerst in der Polizeiwache in Zvornik  gefangen gehalten und dort mit Metallstangen und Fäusten zusammengeschlagen, mit Füssen getreten, von Gruppen von zwei bis fünf Polizisten geschlagen und schliesslich gezwungen, ein Geständnis für den Mord an serbischen Holzfällern, den sie nicht begangen haben, zu unterschreiben. Aufgrund dieses von der Polizei erzwungenen Geständnisses wurden sie in einem montierten Kurzprozess in einer Länge von nur zwei Tagen vom Hauptgericht in Bijeljina zu jeweils 20 Jahren Haftstrafe verurteilt.  

Der einzige Beweis, der die Angeklagten mit den Morden verbindet, sind ihre Geständnisse während des Ermittlungsverfahrens. Trotz des eindeutigen Beweises über eine Verletzung der Konvention gegen Folter haben die zuständigen Institutionen in der Republika Srpska keine Ermittlung durchgeführt mit dem Ziel der Aufklärung der Behauptungen, dass die Angeklagten nach der Verhaftung von der Polizei geschlagen wurden und gezwungen waren, Geständnisse der Ermordung serbischer Holtfäller zu unterschreiben, betonte Fadila Memišević, Direktorin der Gesellschaft für bedrohhte Völker – Bosnien und Herzegowina, und fügte hinzu, dass der Artikel 6 (2) der Europäischen Konvention die Heranziehung von Geständnissen vor Gericht, die nach einer Misshandlung der Angeklagten gegeben wurden, verbietet. 

19.April 2010

Strafanzeige gegen die Schweizer Zeitung “La Nation” wegen Leugnung des Genozids in Srebrenica


Die Gesellschaft für bedrohte Völker und die Schweizerische Gesellschaft für Völkerstrafrecht  (TRIAL) haben den Ermittlungsorganen im Kanton Waadt (Schweiz) eine Strafanzeige gegen die Zeitung „La Nation“ übergeben. Zwei Journalisten dieser Zeitung, Denis Ramelet und Nicolas de Araujo, haben eine Serie von vier Artikeln mit dem Titel „Das mediale Lynchen der Serben“ veröffentlicht, in denen sie den Genozid in Srebrenica als „Pseudo-Massaker“ bezeichnen.  Neben der Leugnung von Genozid streiten diese beiden Autoren auch die in den Konzentrationslagern begangenen Schrecken, die von den Karadzic-Serben begangenen Massenvergewaltigungen wie auch die serbischen Granatenangriffe auf den Marktplatz „Markale“ in Sarajevo.  Auf diese Art und Weise schreibend, erlösen die Autoren die Täter von der Verantwortung und stellen sie als Opfer der Medienberichterstattung dar.

„Es ist erschreckend, dass die Autoren dieses Artikels den Tausenden überlebenden Opfern ins Gesicht spucken mit der Absicht, die Gefolgsleute der verbrecherischen Politik von Radovan Karadzic zu rehabilitieren“, sagte Fadila Memišević, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina.


Nach dem Schweizer Strafgesetzbuch stellen solche Aussagen der Genozidleugnung Straftaten dar und sind nach dem Artikel 261 bis des Strafgesetzbuches strafbar.  


Die Gesellschaft für bedrohte Völker und TRIAL arbeiten eng mit den überlebenden Opfern zusammen und erwarten, dass die Schweizer Justiz nach der Einreichung dieser Strafanzeige diejenigen bestrafen wird, die das Gedenken an Opfer vernichten wollen. Gleichzeitig soll diese Sanktion als gutes Beispiel für das Parlament Bosnien und Herzegowina dienen, damit endlich das Gesetz über Bestrafung von Genozidleugnung verabschiedet wird.  


7.April 2010

Wir erheben unsere Stimme gegen Diskriminierung von Roma und fordern die Umsetzung des Urteils vom Menschenrechtsgerichtshof in Strassburg, damit auch Roma ins Präsidium von BiH gewählt werden können – im Anlass an den Internationalen Roma-Tag 8.April 


Vor 39 Jahren – am 8.April 1971 – wurde in London der erste Internationale Roma-Kongress abgehalten und die Deklaration über Rechte der Roma wie Gleichheit vor dem Gesetz, Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung, das Recht auf die eigene Sprache, Kultur und Tradition wie auch den Erhalt des Minderheitenstatus verabschiedet.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina muss mit Bedauern feststellen, dass die Deklaration über Roma-Rechte nicht umgesetzt wird und dass durch die Dayton-Verfassung von BiH die Diskriminierung an dieser grössten ethnischen Minderheit in BiH, die auch in der Verfassung nicht als Minderheit definiert ist, auch gesetzlich bestätigt wurde. 

„Aufgrund der Untersuchung unserer Organisation, die sich für Menschenrechte und vor allem für Rechte der bedrohten Minderheiten und Religionsgruppen einsetzt, haben wir festgestellt, dass die Situation der Roma in Bosnien und Herzegowina die schlimmste in der gesamten Region ist“, betonte  Fadila Memišević, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina, und fügte hinzu, dass 70 % der Roma ohne die unregelmässige Sozialhilfe physisch nicht überleben können, dass 60 % der Roma in BiH Analphabeten sind, dass 90 % der Roma hier keinen Krankenschutz haben wie auch dass 80 % der Roma ohne Arbeitsqualifizierung bzw. Ausbildung  sind.

Das Wahlgesetz von Bosnien und Herzegowina hindert die Roma und andere Minderheiten daran, in das Präsidium von BiH wie auch in die Völkerkammer des Parlamentes von BiH gewählt zu werden. Mit dem Urteil des Gerichtes in Strassburg sollte diese Diskriminierung behoben werden. Deshalb fordern wir im Anlass an den Internationalen Roma-Tag vom Parlament Bosnien-Herzegowinas die sofortige Umsetzung des Urteils und vom Menschenrechtsgerichtshof in Strassburg die Sanktionierung derjenigen, die die Vollstreckung dieses Urteils verhindern.


Jede Zivilisation wird daran gemessen, wie sie sich gegenüber den eigenen Minderheiten verhält.


30.März 2010

Belgrader Srebrenica-Deklaration ist Schlag ins Gesicht der überlebenden Opfer – neben der deklarativen Verurteilung des Genozids fordern die Opfer auch konkrete Schritte – die Verhaftung von Ratko Mladić


Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina befindet, dass die Verabschiedung der Srebrenica-Deklaration im Parlament der Republik Serbien ohne Genozidqualifikation ein neuer Schlag für die überlebenden Genozidopfer ist. „Wir sind der Meinung, dass es heuchlerisch ist, `das Verbrechen, wie es im Urteil des Internationalen Gerichtshofes (IGH) festgelegt wurde, zu verurteilen’ ohne eine Erklärung, was im Urteil wirklich gesagt wurde“, betonte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina.


In diesem Urteil heisst es unter anderem, dass Serbien für die Nichtverhinderung des Genozids in Srebrenica verantwortlich ist und die Verpflichtung hat, Ratko Mladic zu verhaften und an das Tribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag auszuliefern.


Die Regierung von Boris Tadić hat es nicht nur unterlassen, Ratko Mladic, den Inspirator und Umsetzer des grössten Verbrechens in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs zu verhaften, sondern gibt ihm die volle Unterstützung, gerade damit er nicht verhaftet wird.


Die Angehörigen der Genozidopfer, ihre Mütter, Schwestern, Verwandte und Freunde fordern neben der deklarativen Verurteilung von Genozid auch konkrete Schritte – die Verhaftung von Ratko Mladic und seine Auslieferung an das Tribunal in Den Haag.


19.März 2010

Absurd: Nicht die „Schwulen“, sondern die Regierungen Frankreichs und Großbritanniens ermöglichten durch permanente Begünstigung und Unterstützung der serbischen Täter  den Völkermord von der Bombardierung Sarajevos über die Einrichtung von Konzentrations- und Vergewaltigungslagern bis zum Massenmord an 8.376 Männern und Knaben Srebrenicas.


Dass ein amerikanischer General heute in der Sprache Adolf Hitlers das Versagen Europas Völkermord auf dem eigenen Kontinent zu beenden, einer sexuellen, in vielen Ländern noch immer verfolgten Minderheit zuschiebt, ist unfassbar.


Hitler hat Juden, Zigeuner, Behinderte, Zeugen Jehovas und Homosexuelle verfolgt und vernichtet. Eines der überlebenden Opfer, der jüdische Widerstandskämpfer des Warschauer Ghettos, der Mitgründer von „Solidarnosc“, der Bürger- und Menschenrechtler Marek Edelman, erklärte schon am 14. November  1993 in Buchenwald vor 3.000 Bosniern auf einer Kundgebung der Gesellschaft für bedrohte Völker: „Europa hat seit dem Holocaust nichts gelernt. Nichts ist unternommen worden, um das Morden zu beenden. Was in Bosnien-Herzegowina passiert, ist ein posthumer Sieg für Hitler“.


Britische und französische Intellektuelle, Journalisten und Historiker dokumentierten und bestätigten, dass ihre Regierungen jede internationale Initiative die eingeschlossenen Bosnier zu retten, verhindert haben. So spielte die britischen Verantwortlichen eine traurige Rolle bei der Zerstörung Bosniens. Nicht nur, dass sie für ihr Land militärisches Eingreifen ablehnten, taten sie alles, um besonders die Amerikaner – lange Zeit erfolgreich – an einer solchen Intervention zu hindern. Frankreichs und Großbritanniens Generäle verhinderten bis zum Ende Srebrenicas den Einsatz der NATO-Luftwaffe. Die Erklärung von Milosevic´s Anwälten, dass Lord Hurd, Carrington und Owen ihm grünes Licht für seine ethnische Säuberung gaben, spricht Bände.


Die deutsche Bundesregierung Kohl/Kinkel hat den Völkermord in Bosnien-Herzegowina hingenommen und hat trotz des ununterbrochenen Drängens der Gesellschaft für bedrohte Völker, ungezählter Bürgerinitiativen, Bitten der 320.000 bosnischen Flüchtlinge und nicht zuletzt des damaligen Postministers Christan Schwarz-Schilling, tatenlos zugeschaut und sich sogar für ein Waffenembargo gegen die Opfer eingesetzt.

23.Februar 2010

Durchsuchung des Hauses von Ratko Mladic ist eine Vorstellung für die internationale Gemeinschaft


Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina hat heute erklärt, dass die polizeiliche Hausdurchsuchung des Haager Angeklagten Ratko Mladic eine weitere Vorstellung der Regierung Serbiens für Bedürfnisse der internationalen Gemeinschaft ist. 

Nach dem Urteil des Internationalen Gerichtshofes für Gerechtigkeit (ICJ) in Den Haag am 26.Februar 2007 wurde Serbien für schuldig erklärt, den Genozid nicht verhindert wie auch nichts unternommen zu haben, Kriegsverbrechen zu verhindern und Ratko Mladic zu verhaften und an das ICTY in Den Haag auszuliefern. 

“Serbien hat auch drei Jahre nach dem Urteilsspruch weder Ratko Mladic verhaftet noch Bereitschaft gezeigt, den in Srebrenica begangenen Genozid anzuerkennen“, betonte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft fürt bedrohte Völker – BiH.


Statt spektakulärer Vorstellungen und unangemessener Diskussionen über die Verabschiedung der Srebrenica-Resolution würde die Verhaftung und Auslieferung von Ratko Mladic die wahre Anerkennung von Genozid bedeuten.

17. Februar 2010



Skandalös: Acht NGOs setzen sich für die Verlängerung des “Visa-Terrors” ein


Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina hat mit Entsetzen auf die Nachricht reagiert, dass sich Vertreter von acht NGOs aus Bosnien-Herzegowina beim Treffen mit Europa-Parlamentariern gegen die Aufhebung der Visa-Bestimmungen im Sommer dieses Jahres geäussert haben. „Ihre Erklärung, die Aufhebung der Visa sollte nach den Wahlen im Oktober 2010 stattfinden, damit diese nicht für die Wahlkampagne missbraucht wird, ist unserer Meinung nach nicht nachvollziehbar. Inakzeptabel ist es auch, dass acht NGOs ein Exklusivrecht für sich in Anspruch nehmen und die grössten Opfer der Jugoslawien-Kriege wieder mit der Verlängerung des `Visa-Terrors`  bestrafen“, sagte Fadila Memišević, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – BiH und fügte hinzu, dass sich diese Organisation zusammen mit ihren Sektionen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Italien und Frankreich schon seit Jahren dafür einsetzt, dass den Bürgern Bosnien-Herzegowinas die freie Einreise in Länder Europas wie auch die Aufnahme Bosnien-Herzegowinas in die Familie der europäischen Völker ohne das Auferlegen von unmöglichen Bedingungen ermöglicht wird.   


12. Februar 2010


Schärfste Verurteilung der Gründung der bosniakischen neonazistischen Organisation


Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina hat heute schärfstens die Gründung der neonazistischen bosniakischen Organisation „Bosnische Bewegung des nationalen Stolzes“ verurteilt. 

„Die Anführungen dieser Organisation über genetische Übermacht der Bosniaken, die ein exklusives Recht auf Bosnien hätten, ist unzulässig und verwandelt so Genozidopfer in Täter“, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina und fügte hinzu, dass die Organisation „Bosnische Bewegung des nationalen Stolzes“ für jeden Bosniaken eine nationale Schande darstellen sollte.


Wenn wir nicht fähig sind, dem Bösen gleich am Anfang in die Augen zu schauen und sich ihm zu widersetzen, laufen wir Gefahr, dies später überhaupt nicht mehr tun zu können. Jedes Mal, wenn wir gegenüber dem Gewalttäter nachlassen, enthält dieses Zurückweichen auch die Gefahr, dass das Rad des Schreckens wieder zum Laufen kommen könnte.“
Vaclav Havel

23. Dezember 2009


Das Urteil des Gerichtes in Strassburg ist der erste Schritt zur Beseitigung der in Dayton etablierten Apartheid


Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina hat das Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofes in Strassburg zugunsten der Vertreter der Minderheiten, des Juden Finci und des Roma Sejdic, die nach Verordnungen der Dayton-Verfassung nicht in das Staatspräsidium und in die Völkerkammer des Parlaments von BiH gewählt werden konnten, begrüsst. „Wir sind der Meinung, dass dies der erste erfolgreiche Schritt ist auf dem Weg zur Beseitigung des Apartheidsystems, das in Dayton etabliert wurde“, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – BiH und fügte hinzu, dass die Verfassung von Bosnien und Herzegowina und das Wahlgesetz neben Minderheiten auch Vertreter der drei „gleichberechtigten Völker“ diskriminieren – Serben aus der Föderation von BiH und Kroaten und Bosniaken aus der Republika Srpska, die ebenfalls nicht ins Staatspräsidium gewählt werden können. „Deshalb ist diese Entscheidung, die zur Anpassung der Verfassung von BiH und des Wahlgesetzes mit der Europäischen Konvention für Menschenrechte verpflichtet, für alle Bürger ermutigend.    
Vom Europäischen Gericht für Menschenrechte in Strassburg fordern wir eine konsequente Haltung gegen jegliche Versuche der Obstruktion bei der Umsetzung dieses Urteiles".

14. Dezember 2009


Protest wegen der nur partiellen Verlängerung des Mandats von internationalen Richtern und Staatsanwälten – Kriminelle unter Verdacht wie Milorad Dodik können ruhig schlafen


Die Gesellschaft für bedrohte Völker – BiH hat heute scharf protestiert wegen der Kompromißentscheidung des Hohen Repräsentanten der internationalen Gemeinschaft, Valentin Inzko, mit der das Mandat der internationalen Richter und Staatsanwälte nur in der Kammer für Kriegsverbrechen nicht jedoch auch in der Kammer für organisierte Kriminalität und Korruption verlängert wird. 

“Die Entscheidung des Hohen Repräsentanten ist unerträglich und stellt eine Kulmination der Politik des Nachlassens gegenüber dem Premier der Republika Srpska, Milorad Dodik, dar“ , sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – BiH und fügte hinzu, dass Dodik und ihm ähnliche Kriminelle unter Verdacht nun ruhig schlafen können, da die internationalen Richter und Staatsanwälte kein Mandat mehr für ihre Prozessuierung haben.

9. Dezember 2009


Im Anlass an den 10.Dezember – Tag der Menschenrechte – erhebt die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina ihre Stimme für eine Zukunft ohne Genozid und Diskriminierung


Den Tag der Menschenrechte – 10.Dezember – kennzeichnend, erinnert die Gesellschaft für bedrohte Völker an die erschreckende Bilanz der Menschenrechtsverletzungen am Ende des vergangenen und am Beginn dieses Jahrhunderts. Durch Kriege, Kriegsverbrechen und Genozide wurden etwa 300 Millionen Menschen getötet. Man spricht kaum darüber, dass die Opfer von Vertreibung und Genozid ohne Unterbrechung kleine Völker und Minderheiten wie Armenier, Kurden, Biafraner, Afghanistaner, Roma, Palästinenser und  Bosniaken waren.

In Bosnien-Herzegowina haben alle internationalen Institutionen versagt, vor allem die Vereinten Nationen. Die UN-Konvention zur Bestrafung und Verhütung von Genozid ist im Falle von Bosnien-Herzegowina nicht angewendet worden. Bosnien und Herzegowina als dem grösstem Opfer der Jugoslawien-Kriege wurden unmöglich erfüllbare Bedingungen für die Aufnahme in die Familie der europäischen Völker gestellt. Es ist schandhaft, dass der Westen wiederholt die Opfer der Massenvertreibungen, Massenermordungen, Vergewaltigungen und Deportationen bestraft, indem er sie mit dem Verbot der Einreise in europäische Länder ohne entsprechendes Visum diskriminiert, sagte Fadila Memišević, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - BiH.

Prozess gegen Radovan Karadžić: Mahnwache der überlebenden Genozidopfer vor dem Tribunal

S a r a j e v o, 23.Oktober 2009


Im Anlass an den Prozessbeginn gegen den Massenmörder Radovan Karadžić am 26.Oktober wird die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina zusammen mit den Srebrenica-Müttern, Opfervereinen aus ganz Bosnien-Herzegowina, den holländischen Organisationen IKV und Py Christi und der Organisation BH Platforma an der Mahnwache vor dem Gebäude des Tribunals in Den Haag teilnehmen.  
“Auf diesen Prozess haben wir volle 14 Jahre gewartet. Deshalb fällt es uns nicht schwer, auch 2.000 km zu reisen, denn dies ist unser Weg für Gerechtigkeit. Vom Internationalen Gericht für Kriegsverbrechen in Den Haag erwarten wir, dass nicht allein Radovan Karadžić sondern auch sein Werk, das auf Massenvertreibung und Massentötung basiert, prozessuiert wird“, sagte Fadila Memišević, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – BiH und fügte hinzu:
„Karadžićs Aussage, er hätte nicht genügend Zeit für die Vorbereitung der Verteidigung und er würde den Beginn des Prozesses boykottieren, ist nicht anderes als Verhöhnung des Gerichtes und der überlebenden Opfer. Denn wenn er volle vier Jahre lang zahlreiche Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Genozidverbrechen begehen konnte, wenn er für Massaker und Bombenangriffe auf Städte, Verbrennung von Dörfern, die Zerstörung von 1178 Moscheen und Medressen verantwortlich ist, dann muss er in der Lage gewesen sein, innerhalb von einem Jahr auch einen Bericht über diese Verbrechen anzufertigen und Informationen über sie zu verarbeiten“.
Die Abfahrt der Teilnehmer der Mahnwache in Den Haag ist am Samstag, den 24.Oktober 2009 um 7:30 Uhr vor dem Landesmuseum in Sarajevo.   

Politisches Urteil gegen Ilija Jurišić – posthumer Sieg von Slobodan Milosevic

S a r a j e v o, 28. September 2009


Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina ist schockiert über das Urteil des Kriegsverbrecherrates des Kreisgericht in Belgrad, mit dem Ilija Jurisic wegen dem Angriff auf die Kolonne der Jugoslawischen Volksarmee in Tuzla im Mai 1992 zu 12 Jahren Haft verurteilt wurde.  
Dieses Urteil im montierten Prozess gegen Ilija Jurisic stellt einen posthumen Sieg von Slobodan Milosevic dar, dessen Politik in Serbien noch immer lebt.
Es ist unzulässig, dass trotz dieser Politik, die zur Aggression und zum Genozid geführt hat, Serbien der EU-Beitritt ermöglicht wird, während Bosnien und Herzegowina, dem Land das am meisten gelitten hat, dies nicht gestattet ist, betonte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina.


Skandalöse Begnadigung von Biljana Plavšić

S a r a j e v o, 15. September 2009


Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina hat schärfstens beim Tribunal in Den Haag wegen der Entscheidung, die vorzeitige Freilassung der ehemaligen Präsidentin von Republika Srpska Biljana Plavšić zu erlauben, protestiert. Sie hat dem Establishment von Radovan Karadžić angehört und wurde nach ihrem Geständnis der Verantwortung für Massentötungen, Massenvergewaltigungen und Vertreibungen, Deportationen in Konzentrationslager, die Zerstörung von Städten und Dörfern vom Tribunal zu 11 Jahren Haft verurteilt.
„Wir befinden, dass Biljana Plavšić schon mit dem Urteilsspruch und solch milder Strafe für die schwersten Verbrechen nach dem Zweiten Weltkrieg begnadigt wurde. Mit der Zustimmung des Tribunals für ihre vorzeitige Freilassung aus dem Gefängnis haben Tausende der überlebenden Opfer und Angehörige der Ermordeten die Hoffnung in die Zufriedenstellung der Gerechtigkeit und die Glaubwürdigkeit des Tribunals selbst verloren“, sagte Fadila Memišević, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker-BiH.


Protest wegen der Bestimmung des Richters O-Gon Kwon zum Richter im Prozess gegen Karadžić: Mit dieser Entscheidung wurden wie Gerechtigkeit so auch Opfer verraten

S a r a j e v o, 1. September 2009


Im Anlass an die Bestimmung des Richters O-Gon Kwon zum Richter im Prozess gegen Radovan Karadžić vor dem Internationalen Gerichtshof für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien in Den Haag (ICTY) hat die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina (GfbV – BiH) einen scharfen Protest an den Präsidenten des Gerichtes, Herrn Patrick Robinson, gerichtet, in dem es unter anderem heisst: 

„Ihre Entscheidung, den Richter O-Gon Kwon zum Vorsitzenden im Richterrat für den langersehnten Prozess gegen Radovan Karadzic, der für Kriegs- und Völkermordverbrechen in Bosnien und Herzegowina angeklagt ist, zu ernennen, ist skandalös. Dieser aus Südkorea stammende Richter hat sich gegen die Entscheidung des Berufungsrates des Tribunals über die Aufhebung des Geheimsiegels von den militärischen Dokumenten des Obersten Verteidigungsrates von Serbien ausgesprochen.  Damit wurde Serbien von der Anklage für den in Bosnien und Herzegowina begnagenen Genozid vor dem Internationalen Gericht für Gerechtigkeit (ICJ) freigesprochen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat am 25.Mai 1993 das Internationale Gericht für Kriegsverbrechen (ICTY) etabliert und Tausenden Opfern des Krieges in Bosnien und Herzegowina versprochen, die Gerechtigkeit würde zufriedengestellt werden. Auf diese Gerechtigkeit warten die Opfer schon volle 14 Jahre. Wir befürchten, dass mit der Bestimmung des Richters O-Gon Kwon zum Richter im Karadzic-Prozess wie Gerechtigkeit so auch Opfer verraten werden”, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina.

Skandalöses Weigern der Kennzeichnung des 11.Juli im Parlament von BiH

S a r a j e v o, 8. Juli 2009


Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina hat die Weigerung der serbischen Abgeordneten im Parlament von Bosnien-Herzegowina, den 11.Juli als Tag des Gedenkens an die Opfer des Genozids in Srebrenica zu kennzeichnen, als skandalös bezeichnet. 

“Für all jene, deren Leben von Erinnerungen an ihre Liebsten gekennzeichnet ist, die Mütter, Töchter, Schwestern und Ehefrauen, die an jedem 11.Juli einzelne Gebeine aus den geöffneten Massengräbern in das Grab setzen, stellt diese Weigerung  seitens derjenigen, in dessen Namen der Genozid begangen wurde, Verhöhnung und Beleidigung der überlebenden Opfer.  Anstatt die Initiative für die Ernennung des 11.Juli zum Gedenktag selbst gestartet haben, zeigen die serbischen Abgeordeneten mit der Abweisung des Vorschlags, dass sie nicht bereit sind, sich mit der eigenen Vergangenheit zu konfrontieren”, sagte Fadila Memišević, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – BiH, hinzufügend, dass die Wahrheit für alle, wie für Opfer so auch für die Exekutoren, nützlich ist.

Aufhebung der Visa für Serbien ohne Verhaftung von Ratko Mladić ist neue Bestrafung der Genozidopfer

S a r a j e v o, 11. Juni 2009


Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina hat mit Bestürzung die Information über die Bereitschaft der Regierung Hollands aufgenommen, zusammen mit anderen EU-Ländern die Möglichkeit der Visaaufhebung für Berger Serbiens zu überdenken.

“Nach dem Urteil des Internationalen Gerichtes für Gerechtigkeit (ICJ) in der Klage Bosnien-Herzegowinas gegen Serbien und Montenegro ist Serbien verpflichtet, Ratko Mladić, den Hauptbefehlshaber und Organisator des Genozids in Srebrenica, zu verhaften. Serbien hat diesen Kriegsverbrecher jedoch nicht verhaftet und bietet ihm zudem weiterhin den vollen Schutz, den er reichlich nutzt. Und anstatt dass von Serbien die volle Zusammenarbeit mit dem Tribunal gefordert wird, die nicht nur die Verhaftung von Ratko Mladić bedeutet sondern auch die Veröffentlichung der Dokumente des Obersten Militärrates und die Öffnung der Archive bedeutet, wird Serbien ohne die Erfüllung dieser Bedingungen Visafreiheit in Aussicht gestellt. Auf diese Art und Weise belohnt Holland zusammen mit anderen EU-Ländern die Täter und bestraft wiederholt die Genozidopfer. Die Srebrenica-Mütter sind zusammen mit anderen Genozidopfern dazu verurteilt, in langen Reihen für Visa anzustehen, um ihre Verwandten, die über die ganze Weltkugel zerstreut leben, besuchen zu können, während Verbrecher aus Serbien ohne Probleme in Länder Europas warden reisen können”, sagte Fadila Memišević, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – BiH.
Es ist erschreckend, dass Holland sich nicht consequent auf die Seite der Opfer gestellt hat.
    

Gedenken an Genozidopfer im Rahmen der internationalen Kampagne “Projekt der Genozidprävention”

S a r a j e v o, 6. April 2009


Im Laufe des Monats April 2009 werden Gedenkfeiern für Opfer des Holocaust und der Genozide in Kambodscha, Armenien, Ruanda, Bosnien-Herzegowina, Darfur und Palästina abgehalten. Der Organisator dieser Gedenkfeiern ist die US-Organisation “Projekt der Genozidprävention”. Der Monat April hat eine Symbolik für die Kennzeichnung der genannten Genozide.  Im April 1992 hat die Aggression auf Bosnien-Herzegowina durch das Regime von Slobodan Milosevic und längste Besatzung einer Stadt in der Geschichte der Kriegsführung – die Besatzung von Sarajevo.
Am 7.April 1994 begann der Genozid in Ruanda, als Hutu-Milizem mit der Massentötung der Tutsi ansetzten.
Am 17. April 1975 begann der Genozid der Militärkräfte der Roten Khmer an der Bevölkerung von Phnom Penh.
Im April 2003 begann der Genozid in Darfur.
Am 20. April 1943 war der Aufstand im Warschauer Ghetto und seitdem wird dieses Datum als Gedenktag an die Holocaustopfer genommen.
Am 24. April 1915 begann der Genozid an den Armeniern durch die Osmanische Regierung.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs haben die Großmächte feierlich versprochen: „Nie wieder“. Wer hätte denken können, dass 50 Jahre nach Auschwitz, Matthausen, Oranienburg und Treblinka wieder Konzentrationslager und zwar im Herzen Europas, in Bosnien-Herzegowina eröffnet werden würden.   50 Jahre nach dem Holocaust geschah wieder Massenvertreibung, Massentötung, Massenvergewaltigung, Genozid. Städte und Orte wie Sarajevo, Bihac, Gorazde, Srebrenica, Zepa und Cerska waren jahrelang besatzt und unbarmherzig beschossen, obwohl alle dieser Orte außer Cerska zu UN-Schutzzonen ernannt waren. In Sarajevo wurden während der Besatzung über 11.000 Zivilisten ermordet. Besonders erschreckend ist die Zahl der getöteten und schwer verwundeten Kinder in der Hauptstadt Bosnien-Herzegowinas. Das, was sich in Bosnien und Herzegowina ereignete, hat einige jüdische Persönlichkeiten wie Marek Edelmann, Simon Wiesenthal und Simone Veil an die Vernichtung der jüdischen Jugend in den ersten Jahren der Nazi-Regierung erinnert. Drei Grossmächte – Frankreich, England und Russland haben den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen weitgehend instrumentalisiert, jeden Versuch der Beendigung der serbischen Aggression verhindern. Anstatt das Waffenembargo aufzuheben, haben die Vereinten Nationen die Aggression auf Bosnien und Herzegowina auf die Art und Weise behandelt, wie man auf eine Naturkatastrophe, ein Erdbeben oder Hochwasser reagiert – mit Charity und humanitärer Hilfe. Die strategische Bedeutung der Friedenskräfte war in der Fuktion des Polizisten für die Regelung der Zufuhr humanitärer Hilfe. Am Beispiel Bosnien haben alle internationalen Institutionen versagt und vor allem die Vereinten Nationen.
Die Vereinten Nationen haben es nicht nur versäumt, die Konvention über Verhinderung und Bestrafung von Genozid anzuwenden, sondern haben sogar zugelassen, dass unter ihrer Flagge und unter ihrem „Schutz“ in der Enklave Srebrenica Genozid begangen wird. Die „Schutzzone“ Srebrenica wurde im Blute der über 8.000 ermordeten Srebrenica-Männer, deren Gebeine in Massengräbern im ganzen Drina-Tal zerstreut liegen, erstickt. Der begangene Genozid in Srebrenica wurde juristisch durch das Internationale Gericht für Gerechtigkeit (ICJ) in Den Haag anerkannt. Jedoch auch zwei Jahre nach dem Urteilsspruch in der Klage Bosnien-Herzegowinas gegen Serbien und Montenegro wegen Aggression und Genozid hat Serbien noch immer nicht den Flüchtigen Ratko Mladic, der verantwortlich ist für den Genozid in Srebrenica, verhaftet. 
„Vom Sicherheitsrat der UNO fordern wir, Druck auf die Regierung in Belgrad auszuüben, sich von der verbrecherischen Politik des Regime von Slobodan Milosevic zu distanzieren, indem sie den Kriegsverbrecher Ratko Mladic verhaftet und an das ICTY in Den Haag ausliefert. Dies ist der einzige Weg für das Wiedergewinnen von Vertrauen und der Normalisierung der Verhältnisse in der gesamten Region“, sagte Fadila Memišević, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - BiH.

„Aufgrund unserer Erinnerung an den Holocaust müssen wir  zusammen mit allen zivilisierten Völker fest schwören, dass die Welt niemals wieder verschweigen und versäumen würde zu handeln in der schrecklichen Zeit der Verbrechen und des Genozids“, steht auf dem Eingang des Holocaust-Museums in Washington.   


Skandalös: Statt lebenslanger Haft Senkung der Strafe für Momcilo Krajisnik

S a r a j e v o, 17. März 2009


Die Sektion Bosnien und Herzegowina der Gesellschaft für bedrohte Völker hat heute sehr scharfen Protest an den Internationalen Gerichtshof für Kriegsverbrechen in Den Haag wegen der Senkung der Strafe von Momcilo Krajisnik von 27 auf 20 Jahre gerichtet. Darin heisst es unter anderem:

“Im Namen der Tausenden überlebender Opfer der Massenvertreibungen und –deportationen, der Massenvergewaltigungen und –ermordungen, im Namen der Überlebenden, deren Lebenssinn die Suche nach ihren Liebsten in versteckten Massengräbern ist, haben wir erwartet, dass Momcilo Krajisnik als Mitglied des Establishments von Radovan Karadzic, als Inspirator und Organisator der ethnischen Säuberung, der Massenverbrechen, Vergewaltigungen und Ermordungen, eine lebenslange Haftstrafe ausgesprochen wird. Der Appelationsrichterrat des ICTY hat jedoch statt einer lebenslangen Haftzeit die Strafe für Momcilo Krajisnik von 27 auf 20 Jahre Haftzeit verringert. Auf diese Art und Weise hat der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag die Opfer verraten und die eigene Glaubwürdigkeit in Frage gestellt“, sagte Fadila Memišević, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - BiH.

Wir begrüssen die Resolution des Europa-Parlamentes für die Verlängerung der Arbeit des Tribunals für das ehemalige Jugoslawiens

S a r a j e v o, 12. März 2009


Die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina hat heute die Verabschiedung der Resolution des Europa-Parlamentes, mit der die Verlängerung der Arbeit des Internationalen Gerichtes für Kriegsverbrechen in Den Haag für mindestens noch zwei Jahre vorgeschlagen wird, begrüsst. 

“Für Tausende der überlebenden Opfer der Massenvertreibungen, Deportationen in Konzentrationslager, Massenvergewaltigungen und –tötungen gibt diese Resolution neue Hoffnung, dass die Gerechtigkeit mit der Verhaftung und Prozessuierung der verbliebenen Angeklagten Ratko Mladić und Goran Hadžić zufriedengestellt wird”, sagte Fadila Memišević, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker - BiH.
“Wenn das Tribunal seine Aufgabe erfüllt, bleibt die Frage, welches Urteil die Opfer über seine Arbeit bringen warden. Hat das Tribunal ihrer Genesung beigetragen? Hat ihnen die Anerkennung des Leidens durch rechtliche Organe auf dem Weg der Versöhnung geholfen? Wir befinden, dass es ohne Verhaftung und Bestrafung aller Kriegsverbrecher keine Zufriedenstellung der Gerechtigkeit geben kann, und diese ist die Vorbedingung für den Rückerhalt des Vertrauens und die Normalisierung der Verhältnisse in der gesamten Region ist.“

Appell an den UN-Sicherheitsrat und Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten: Üben Sie Druck auf Belgrad aus, damit es sich endlich von den Verbrechen des Milosevic-Regime distanziert

S a r a j e v o , 26.02.2009


Im Rahmen der Kennzeichnung des zweiten Jahrestags des Urteils des Internationalen Gerichtes für Gerechtigkeit (ICJ) in Den Haag für den begangenen Genozid an Muslimen der UN-Schutzzone Srebrenica hat die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina zusammen mit dem Helsinki-Komitee in Serbien ein Apell an der UN-Sicherheitsrat und Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten gerichtet, in dem es unter anderem heisst:
„Nach der Klage Bosnien-Herzegowinas gegen Serbien und Montenegro wegen Genozid und Aggresion auf Bosnien und Herzegowina, die vom Regime von Slobodan Milosevic von 1992 – 1995 begangen wurden, hat das Internationale Gericht für Gerechtigkeit (ICJ) in Den Haag am 26.02.2007 in seinem Urteil bestätigt, dass Institutionen der Republika Srpska – die Armee und Polizei der Republika Srpska - Genozid an den Muslimen aus der UN-Schutzzone Srebrenica begangen haben. Serbien wurde verantwortlich gesprochen für die Nichtverhinderung des Genozids und die ausgebliebene Bestrafung der Täter. Gleichzeitig wurde die Regierung in Belgrad dazu aufgerufen, sich von den Verbrechen des Milosevic-Regime zu distanzieren wie auch den Hauptorganisator der Massenexekutionen in Srebrenica, General Ratko Mladic, und andere flüchtige Täter sofort an das ICTY in Den Haag auszuliefern.  Es ist unzulässig, dass Belgrad sich nicht von den begangenen Verbrechen distanziert hat und weiterhin die Politik von Slobodan Milosevic fortführt“, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina.
„Vom UN-Sicherheitsrat und den Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten fordern wir die Ausübung von Druck auf Serbien, damit die aus dem ICJ-Urteil hervorgehenden Verpflichtungen erfüllt werden. Wir sind überzeugt, dass die Anerkennung des begangenen Genozids zusammen mit der Verhaftung und Auslieferung von General Mladic der erste Schritt zur Normalisierung der Verhältnisse in der ganzen Region und besonders in Bosnien und Herzegowina sein würde.“

Protest wegen der Verurteilung von Natasa Kandic, weil sie die Wahrheit über Kriegsverbrechen veröffentlicht hat

S a r a j e v o, 6. Februar 2009


Im Anlass an den Urteilsspruch des Vierten Bezirksgerichtes in Belgrad und der Verurteilung und Bestrafung der Direktorin des Fonds für humanitäres Recht, Frau Natasa Kandic, mit 200.000 Dinar Geldstrafe wegen der Verleumdung von Tomislav Nikolic, spricht die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina schärfsten Protest aus.  Es ist bekannt, dass sich Nataša Kandić als grosse Menschenrechtlerin mit der Erfassung von Kriegsverbrechen beschäftigt und mit der Veröffentlichung von Informationen über Kriegsverbrechen dabei hilft, die Vergangenheit zu bewältigen. Dieses Urteil aussprechend, hat das Belgrader Gericht eine eindeutige Botschaft ausgesandt, dass es gefährlich ist, Informnationen über Kriegsverbrechen zu veröffentlichen und dass es besser ist, diese auch weiter zu verstecken und die Wahrheit zu vernebeln.

Es ist erschreckend, dass Natasa Kandic wegen Verleumdung verurteilt wurde, wenn doch allen bekannt ist, dass Tomislav Nikolic ein Unterstützer der Partei von Vojsilav Seselj war, der sich gerade vom dem ICTY  wegen Kriegsverbrechen verantwortet, sagte Fadila Memišević, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – BiH.


Appell an den UN-Sicherheitsrat: Beendet die israelische Aggression auf Palästina

S a r a j e v o, 7. Januar 2009


Im Anlass an den Einmarsch der israelischen Armee in den Gaza-Streifen hat die Gesellschaft für bedrohte Völker – Bosnien und Herzegowina ein Appell an den UN-Sicherheitsrat gerichtet, in dem es wie folgt heisst:

„Vom UN-Sicherheitsrat fordern wir, den Einmarsch der israelischen Armee in den Gaza-Streifen beim Namen zu nennen – der israelischen Aggression. Unter der Ausrede des Kampfes gegen terroristische Angriffe durch die Hamas hat die israelische Armee am 27.Dezember 2008 einen brutalen und heftigen Bombenangriff auf den Gaza-Streifen begonnen, wo bis heute mindestens 650 palästinensische Zivilisten getötet und 2.950 Zivilisten verwundet wurden, unter ihnen grösstenteils Kinder.    Die Folge der israelischen Aggression auf den Gaza-Streifen ist eine humanitäre und wirtschaftliche Blockade, durch die mehr als 1,5 Millionen Menschen betroffen sind, davon die Hälfte Jugendliche und Kinder. 
Der Frieden im “Heiligen Land” Israel und Palästina ist nur dann möglich, wenn die israelischen Truppen ihren Rückzug einleiten und Friedenstruppen des Westens entschieden einschreiten“, sagte Fadila Memisevic, Direktorin der Gesellschaft für bedrohte Völker – BiH im Appell. 


 
Design by BuonArte.com
© Gfbv Bosna i Hercegovina All rights reserved
Trampina 4 / IV, 71000 Sarajevo, tel.: ++387 33 213 707, fax: ++387 33 213 709, e-mail: gfbv_sa@bih.net.ba, www.gfbv.ba
Gesellschaft für bedrohte Völker - BiH